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1 Jahr mit der Leica-Drohne

... oder wie man ein Baugebiet wie seine Westentasche kennen kann, ohne dagewesen zu sein.

 

Im September 2019 nahm die Stricker Infrastrukturbau eine Leica Geosystems Vermessungsdrohne in Betrieb. Mit dieser neuen Vermessungstechnik wurden bisher vier Bauprojekte im Jahr 2019 und 10 Bauprojekte im Jahr 2020 beflogen.

Auch ein Fremdauftrag zur Ermittlung der Volumina von Schüttboxen konnte damit zusätzlich bearbeitet werden.

Was aber ist genau der Mehrwert von Drohnenaufnahmen?

  • Zunächst dienen diese Aufnahmen der Dokumentation von Baufortschritt und Zustand eines Baugebietes vor und nach der Übergabe an den Auftraggeber.
  • Weiterhin wird durch die Befliegung auch ein digitales, 3-dimensionales Geländemodell errechnet, welches anschließend zur Berechnung von Massen benötigt wird.

Dies können Erdmassen, Auf- und Abtragsmassen oder Abbruchmassen sein. Gebäudeaufmessungen sind so ohne Betreten möglich wie auch beispielsweise Sumpfgebiete oder Baugebiete mit viel Baustellenverkehr und Mieten von Abbruchmaterial, die häufig eine große Gefahr beim Betreten darstellen.Das Hauptaugenmerk lag im vergangenen Jahr auf der Großbaustelle in Hückeswagen. Hier entstand auf einer steilen grünen Wiese das abgetreppte Industriegebiet West III. Die erste Befliegung wurde vor dem Baubeginn am 08.10.2019 durchgeführt, um den Urzustand und die Höhen des Geländes zu dokumentieren. Dieses Baugebiet ist ca. 145.000m² groß und hat einen Höhenunterschied von ca. 30 Metern. Die erste Befliegung wurde durch einen Mitarbeiter des Herstellers der Drohne „Leica“ unterstützt, um ein optimales Ergebnis zu erhalten. Bei diesem Flug wurde in drei Abschnitten, in verschiedenen Höhen beflogen. Mit einem zusätzlichen vierten Flug in maximaler Höhe, quer zu den vorherigen Bildflügen über das gesamte Baugebiet, wurde die Genauigkeit noch einmal dokumentiert und erhöht.

Da eine Flugdrohne ein hochsensibles elektronisches Gerät ist, sind Flüge im Winter eher die Ausnahme. Regen und Kälte vertragen sich mit den Rotormotoren und den Akkus nicht besonders gut. Ideales Flugwetter ist trocken, bei mindestens 15 ° C Lufttemperatur. „Daher verging bis zum ersten Kontrollflug am 01.04.2020 recht viel Zeit. Das Wetter hat uns über den Winter einfach ausgebremst“, sagt Michael Schwarzkopf, Vermessungsspezialist im Hause Stricker Infrastrukturbau. Die Auswertung der Luftaufnahmen erfolgt im Anschluss an die Flüge immer am Rechner. Beim beschriebenen Industriegebiet in Hückeswagen entstanden bei einer Flugaufnahme gut 660 Einzelbilder in einer Größe von jeweils ca. 30 MB mit einer Bodenauflösung von 5 mm. Die Drohne speichert zu jedem Bild die exakte Position, die mittels eingebautem GPS zentimetergenau ermittelt wird. Im Büro werden anschließend die Fotos und die Positionsdaten in die Leica Auswertungssoftware „Infinity“ eingespielt. Dabei werden zunächst die
Fotos exakt orientiert. Anschließend erfolgt das Einpflegen von Passpunkten (vorab am Boden markierte Punkte oder Messmarken) vom Boden, welche zeitgleich vom GPS Rover Stab ermittelt wurden und per Zielmarken gekennzeichnet werden. Mit diesen Daten kann die Software die Fotos nun exakt positionieren. Für die endgültige Berechnung des 3-dimensionalen Geländemodelles und des Luftbildes mit 2 cm Bodenauflösung, benötigt jedoch sogar ein sehr leistungsstarker Rechner ein ganzes Wochenende. Genauigkeit und Arbeitsaufwand sind in etwa gleich zu den herkömmlichen manuellen Methoden, jedoch hat man eine viel bessere Übersicht über ein gesamtes Baugebiet, was gerade bei großen Flächen einen enormen Mehrwert darstellt. Klassische Fotos haben grundsätzlich nur eine Voransicht und sind räumlich begrenzt. Mit den neuen technischen Möglichkeiten können der aktuelle Bestand und Schnitte erkannt werden, ohne vor Ort gewesen zu sein. Zudem lassen sich einzelne Bereiche hervorragend zoomen.

Der Bauherr erhält eine perfekte Dokumentation seiner Bauabschnitte und ist so fast live dabei.