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Komplexer Rückbau schafft neue Perspektiven 

Entkernung und Schadstoffsanierung auf der ehemaligen Schachtanlage Auguste Victoria 1/2 in Marl 

Die RAG Montan Immobilien GmbH beauftragte die Stricker Umwelttechnik mit der Durchführung umfangreicher Entkernungs-, Schadstoffbeseitigungs- und teilweiser Rückbaumaßnahmen auf dem Gelände des ehemaligen Lehr-Bergwerks Auguste Victoria 1/2 in Marl. Ziel war die Umsetzung des Abschlussbetriebsplans sowie die Vorbereitung der Gebäude für eine gleichwertige Folgenutzung. 

Die Gebäude der ehemaligen Ausbildungseinrichtung wiesen aufgrund ihrer bergbaulichen und industriellen Nutzung eine Vielzahl behandlungsbedürftiger Materialien und Schadstoffe auf. Im Zuge des bergrechtlichen Verfahrens zur Beendigung der Bergaufsicht forderte die zuständige Genehmigungsbehörde, die Bezirksregierung Arnsberg, Abteilung 6 Bergbau und Energie, eine umfassende Gefährdungsabschätzung. Ziel dieser Bewertung war es sicherzustellen, dass von den bestehenden Bauwerken keine schädlichen Umwelteinwirkungen oder sonstigen Gefahren für Mensch und Umwelt ausgehen. Gleichzeitig mussten sämtliche im Rahmen der Maßnahmen anfallenden Abfälle und Reststoffe in Übereinstimmung mit dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) sowie den Vorgaben der §§ 6 und 7 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) ordnungsgemäß und schadlos verwertet oder beseitigt werden. 

Im Rahmen der Arbeiten wurden in und an den Gebäuden unter anderem folgende Schadstoffe und Belastungen festgestellt und fachgerecht beseitigt: 

Asbesthaltige Baustoffe, insbesondere im Schwarz-Weiß-Bereich, mit Durchführung der Asbestsanierung gemäß TRGS unter Einhaltung aller arbeitsschutz- und entsorgungsrechtlichen Vorgaben 

Mineralwolle mit kritischer Faserqualität 

PAK-belastete Materialien  

Schimmelbefall einschließlich verdeckter Schadensbereiche  

Betriebsmittelkontaminationen, insbesondere durch Öl- und Fettverunreinigungen  

Brandschäden im Bereich der ehemaligen Kantine  

Neben der Schadstoffbeseitigung umfasste der Auftrag die vollständige Entkernung der betroffenen Gebäude sowie partielle Rückbaumaßnahmen, ohne die tragende Gebäudestruktur zu beeinträchtigen. Damit wurde die Voraussetzung geschaffen, die Gebäude langfristig zu erhalten und einer neuen Nutzung zuzuführen. 

Die Arbeiten wurden unter laufender Koordination mit dem Auftraggeber sowie unter Berücksichtigung der behördlichen Auflagen termin- und fachgerecht abgeschlossen. Die Entsorgung und Verwertung der anfallenden Abfälle erfolgten lückenlos dokumentiert und entsprechend der geltenden gesetzlichen Vorgaben. 

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Maßnahmen konnte die Entlassung aus der Bergaufsicht im Oktober 2025 erreicht werden. Das Projekt stellt ein beispielhaftes Zusammenspiel aus Altlastensanierung, baulichem Bestandserhalt und rechtssicherer Umsetzung berg- und umweltrechtlicher Anforderungen dar. 

Die Sanierung der ehemaligen Schachtanlage Auguste Victoria 1/2 zeigt, wie durch fachgerechte Entkernung und Schadstoffbeseitigung industrielle Bestandsgebäude nachhaltig gesichert und für neue Nutzungen vorbereitet werden können. Ein wichtiger Beitrag zur Revitalisierung ehemaliger Bergbaustandorte im Ruhrgebiet. 

Bauzeit: 4 Monate 

Zahlen und Fakten:  

• 750 t Stahl zurückgewonnen 

• 1.940 t Bauschutt 

• 90 t bituminöse Dachbahnen 

• 6.000 Mineralfaserplatten entsorgt 

• 3.500 m² Hirn-Holz-Pflaster (teilweise mit asbesthaltigen Anhaftungen) entsorgt 

• 70 t Gummiförderbänder 

• 3.000 m² Lehr-Bergwerks-Stollen abgerissen 

• 10 Gebäude schadstoffsaniert auf insgesamt 12.000 m² Baufeld 

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